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11.: Steuerreform

Moderator: Lisa

Lisa
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Beitrag von Lisa » Fr Dez 21, 2018 1:34 pm

Tier- und Umweltschutzvereine, sowie andere karitative Einrichtungen dürfen nur nach Nachweis der tatsächlichen Aufbringung von mindestens 80% der zur Verfügung gestellten Mitteln durch Spenden und andere Einnahmen in die dafür vorgesehenen Zwecke steuerlich begünstigt werden.
Ebenso sind nur Spenden die an diese begünstigten Vereine und Einrichtungen gerichtet sind steuerlich absetzbar.

Schneiderin
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Re: Unterbereich 11.a.:

Beitrag von Schneiderin » Fr Dez 21, 2018 5:47 pm

Das finde ich sehr gut.
Aber was ist mit den großen Konzernen?

Lisa
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Re: Unterbereich 11.a.:

Beitrag von Lisa » Fr Dez 21, 2018 8:25 pm

Hallo Schneiderin!

Kannst du deine Frage bzgl. der Konzerne ein wenig konkreter verfassen?

Es freut uns natürlich das dir unserer bisherigen Ausarbeitungen gefallen, wenn du diesbezüglich Fragen/ Anregungen/ Bemerkungen hast, bitten wir dich diese mmer direkt unter dem jeweiligen Beitrag zu stellen.

Wenn du irgendwelche Vorschläge zu Themen hast die noch nicht hier zu lesen sind, kannst du das gerne unter dem Punkt "offene Diskussion" kundtun. Wir möchten hier zu allen Themen möglichst viele Meinungen "einfangen" um ein breites Spektrum zu haben, und eine offene Diskussion darüber führen. Direkte Demokratie ist unserer Meinung nach einfach die beste Lösung. Denn IMMER ALLE zufreiden zu stellen wird nun einmal niemals geschehen.

Lg, Lisa

Schneiderin
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Re: Unterbereich 11.a.:

Beitrag von Schneiderin » Fr Dez 21, 2018 8:35 pm

Ich bin was die wirtschaftlichen Dinge angeht nicht sonderlich versiert, aber ich denke das die Steuervorteile die Konzerne wie Amazon, Google, Facebook, Starbucks, etc. genießen nicht "fair" gegenüber Klein- und Mittelbetrieben sind.
Das dies natürlich für die Attraktivität Österreichs ein Vorteil ist verstehe ich.
Aber kann man da nicht irgendeine "Lösung" finden, damit eben nicht so viel Geld "rausgeschaffen" wird aus Österreich?

Lisa
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Re: Unterbereich 11.a.:

Beitrag von Lisa » Sa Dez 22, 2018 9:17 am

Wie unter Punkt 5b vermerkt ist, möchten wir KMU's steuerlich "bevorzugen", denn wenn wir steuerliche Maßnahmen gegen Konzerne wie G, F, S, A, etc. setzen würden, wäre das für österreichs Wirtschaft nicht sonderlich förderlich.
Natürlich denken wir dennoch darüber nach. Denn wir finden es ebenso ungeheuerlich das solchen Konzernen ermöglicht wird Mrd. zu schöpfen ohne auch nur ansatzweise Steuern und andere Abgaben dafür zahlen zu müssen, der kleine Mann aber für jeden Cent den er verdient, belangt wird.

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Leo
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Re: Unterbereich 11.a.:

Beitrag von Leo » Do Dez 27, 2018 1:36 pm

Hier kann ich einfach nicht antworten ohne ein wenig weiter auszuholen - bitte also schon vorab um euer Verständnis und Geduld!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ich bezeichne es als die s.g. "Grasser-Doktrin".
Der ehemalige Finanzminister Grasser (heute längst in Ungnade gefallen) hat während seiner Amtszeit eine - damals für mich extrem befremdliche - Vorgangsweise an den Tag gelegt:
Er hat begonnen die KMU's in Österreich methodisch zu "killen". Steierprüfungen, Steuerfahndungen, ... die Unternehmer wurden "methodisch platt gemacht"!

Ich habe mich zunächst gewundert, weshalb ein Finanzminister die "Kuh die er melken will" vorsätzlich schlachtet, ....bis mir auf- & eingefallen ist, was der Trick, der Gedanke dahinter war.

Der Gedanke war ebenso klar, irgendwie brilliant, wiewohl (wenig verwunderlich) auch zynisch:
Die KMU's verursachte der Finanz einen wahnwitzigen Ermittlungs und Kontroll-Aufwand. Jedem Österreicher ist klar, dass man im Grunde kein KMU führen kann, ohne dabei mehr oder weniger viel "Schwarzgeld" zu machen.
Würde man alles "brav versteuern" - hätte man von Vornherein keine Chance gegen die global agierenden Konzerne, die - und natürlich war Grasser das dabei auch klar, über "legale Konstruktionen" verfügen, welche sie aus der ganzen "Steuer-Erwartung" - ausklammert.

Der Verpflichtung der Finanz ist es aber nicht für "faire Wettbewerbsbedingungen" zu sorgen, sondern das "ihr Zustehende einbringlich zu machen".
Und da lag das Dillemma: Der Aufwand für Kontrolle, Prüfung, Nachforschungen etc war für die Finanz zumindest gleich groß, wie die Summen welche am Ende des Tages einbringlich gemacht werden konnten. Ein, im besten Fall(!), "Nullsummenspiel".

..... welches Grasser "elegant aber zynisch" dadurch löste, indem er den (richtigen!) wirtschaftspolitischen Denkansatz zur Anwendung brachte, dass bei einem Tod der KMU's ja nicht auch der Bedarf (aka "Umsatz") verschwindet, welchen diese befriedigt bzw. bedient haben.
Es entsteht bloß ein Vakuum - und diese pflegen sich (auch in der Wirtschaft) schnell zu füllen.
Und wer würde diese Vakanzen füllen?
Internationale Konzerne!
Bei denen aber war klar, dass die ohnehin ihre "Mechanismen" nutzen um keine Einkommenssteuern zu bezahlen, aber dadurch konnte sich die Finanz auch einen riesigen Aufwand ersparen (siehe oben: Prüfung, Kontrolle, Nachforschung etc.)
Auf der anderen Seite würde nicht nur kein Arbeitsplatz verloren gehen, sondern die Konzerne, logischer Weise, bis hin zum neuen Führungspersonal, die ehemaligen Mitarbeiter wieder einstellen.
Die Einnahmen aus Lohnsteuern sind aber viel, VIEL(!) lukrativer als jene aus (ohnehin hinterzogenen) Einkommenssteuern - und bei diesen fackeln die internationalen Konzerne nicht. Da tricksen sie auch nicht. Die werden pünktlich wie eine Schweizer Uhr, auch brav abgeführt.

...und bis auf das was der Versandhandel "abzweigt", führen die Großkonzerne auch ihre MWSt. brav - und pünktlich! - ab.

Was Grasser damals tatsächlich noch nicht abschätzen konnte, ist dass diese Großkonzerne sich dahingehend entwickeln würden, ihre "Geschäftstätigkeit in Österreich" sukzessive immer mehr zu reduzieren, Zielrichtung: "Reine Schauräume", damit verbunden Abbau der Geschäfststellen UND der Mitarbeiter... um verstärkt auf den Versandhandel zu setzen - oder, siehe Beispiel AMAZON, das gesamte Geschäftsmodel überhaupt auf diesem Konzept aufzubauen.

Das Ergebnis hat sich sicher auch Grasser nicht so vorgestellt, aber es lautet:
* Konzerne kontrollieren den Markt, zahlen aber keinerlei Steuern in Österreich
* Mitarbeiter werden in Österreich abgebaut und - so bei all der möglichen Computerisierung überhaupt noch erforderlich - in "Billiglohnländer" ausgelagert, also auch immer weniger an Lohnsteuern in Österreich (bei gleichzeitig wachsenden "Ausgaben für die Unterstützug Arbeitsloser, was die gegenwärtige Regierung, akonto absoluter Planlosigkeit auf dem falschesten aller Wege zu bekämpfen versucht)
-und-
* Da die Umsätze "offiziell" jetzt auch nicht mehr in Österreich gemacht werden, bzw, eine Verrechnung & Kontrolle fast unmöglich ist, spielts noch nicht einmal mehr den "Automatismus" bei der MWSt.Einnahme.

Teufel aber auch!
SO war das ganz sicher nicht geplant, aber jetzt haben wir eine Situation mit wachsenden Arbeitslosenzahlen (und die werden bald beginnen zu explodieren) sondern sind diesen Konzernen für die "Versorgung der Bevölkerung" ausgeliefert (die aber nicht auf "uns angewiesen") UND die all die schönen Quellen für Steuereinnahmen versiegen zusehends!

Dem lässt sich mbMn nur durch zwei Massnahmen entgegen wirken:
1.: Verpflichtung für den Versandhandel den wahren Wert jeder Sendung auf dieser, gut sichtbar anzubringen, und darauf eine "Pauschalsteuer" von zB 35% zu erheben. Das klingt nach "viel" ist es aber nicht. Das sind nur die "20% entgangener Mehrwertsteuer" plus einer "Flat-Tax" von 15% (deutlich geringer als die derzeitigen Einkommenssteuer-Sätze".
2.: Einführung des Garantie-Einkommens, was für viele Konzerne sicher als ein Anreiz verstanden werden wird, ihre Betriebsstätten wieder nach Österreich zu verlegen. (a) müssen sie sich keine Sorgen wegen der Gehälter machen, egal wie viel oder wenig sie zahlen, ihre Mitarbeiter verdienen immer diese "€ 2.500,-/monatlich minimum), (b) sie können auf einen großen Pool von "grundzufriedenen Mitarbeitern" zurück greifen, (c) sie sparen sich das "Gwirks" mit den Abrechnungen über den Postversand und (d) haben einen Anreiz zumindest hierzulande wieder mit prächtigen Fillialen zu "protzen" (Vielleicht entwickelt sich das sogar zu einem Konzept für "Shoping-Touristen", die dan hierzulande "ansehen" und "bestellen" und sich die Sachen in ihre Heimatländer liefern lassen - was wiederum zu interessanten Zuwächsen bei den einheimischen Umsätzen, aka Steuereinnahmen, führen könnte.)

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Aber, Asche auf mein Haupt, eigentlich geht das am Thema dieses "Unterbereiches" vorbei - denn da geht es eigentlich nur darum, dass "Spenden an gemeinnützige Vereine nur dann steuerlich geltend gemacht werden können sollen, wenn die Vereine nachweisen damit keinen obszön aufgeblasenen "administrativen Wasserkopf" zu finanzieren.
Logischer Weise betrifft dies nur jene "Reste der Bevölkerung und des Unternehmertums" welche nach Einführung des Garantie-Einkommens noch Einkommenssteuern bezahlen.....
~~~~~~~~~~~
...und wenn ich auf Wasser laufen könnte, würde es welche geben, die sagen:
"Seht her! Nicht einmal schwimmen kann er!"

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Re: Unterbereich 11.a.:

Beitrag von Schneiderin » Do Dez 27, 2018 3:02 pm

:shock: großartig das du dich so sehr mit diesen themen beschäftigst. Ich verliere bei den meisten aufgrund der Informationsflut den Überblick. Wenn ich zu recherchieren beginne verliere ich mich in 1000 Tabs.

Aber es ergibt Sinn was du schreibst. Nüchtern betrachtet hat Grasser da eigentlich schon ganz richtig (wirtschaftlich) gehandelt, auch wenn er die Rechnung ohne die Reaktion der Konzerne gemacht hat.

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Leo
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Re: Unterbereich 11.a.:

Beitrag von Leo » Do Dez 27, 2018 3:32 pm

Schneiderin hat geschrieben:
Do Dez 27, 2018 3:02 pm
Wenn ich zu recherchieren beginne verliere ich mich in 1000 Tabs.
Willkommen im Club! :D
...frag mal Lisa wie mein Frefox aussieht! :lol:

...und, ja, es ist ausgesprochen schwierig den Überblick zu behalten.
Zumal ja zusätzlich wahrlich nicht alles was einem begegnet "Information" ist.

Letztlich geht es, glaube ich, nur damit, dass man die gesammelten Informationen "offiziell" wieder "vergisst" - und versucht komplett eigene Gedanken, "von der Pieke auf" zu formulieren .... und dann eben auch "Anderen" vorzustellen, - inklusive dem Risiko, dass man irgendwo in eine Sackgasse abgebogen ist und es halt einfach nicht bemerkt hat.

Aber da es "um unsere Gemeinschaft" geht, (und nicht um meine Befindlichkeiten) halte ich das dann schon auch aus, letztlich soll bei diesem Projekt ja etwas heraus kommen, dass diese "unsere Gemeinschaft" auch "gemeinschaftlich tragen" MÖCHTE.

Anfänge sind gemacht, jetzt muss es wachsen, und ich werde mich in dem üben müssen, was ich so gar nicht kann: Geduld! :roll:
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Re: Unterbereich 11.a.:

Beitrag von Schneiderin » Do Dez 27, 2018 3:57 pm

:D Geduld ist auch nicht das Erste was mir zu mir einfallen würde

Ich habe beide Seiten zumindest an meine Kontakte weitergeleitet. In meinem Bekanntenkreis kommt es öfter Mal zu einer Diskussion über Politik und da finde ich eute Denkanstöße schon sehr gut.

Ben
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Re: Unterbereich 11.a.:

Beitrag von Ben » Do Dez 27, 2018 4:12 pm

Eines möchte ich zur Besteuerung von Großkonzernen sagen:

Riesen Unternehmen wie Apple, Facebook Google und Co, die scheinbar bei uns keine Steuern zahlen, werten Steuern wie Betriebsausgaben. Und bevor so eine Firma auch nur einen Dollar weniger Profit macht, und das ihren Aktionären so zu sagen, werden Margen solange erhöht bis die aufgewendeten Steuern durch mehr Umsätze wieder egalisiert sind. Kurzum bedeutet das: Der Kunde, der Konsument, also wir hat letztendlich höhere Preise zu bezahlen.

Eine Alternative wäre eine stärkere Entlastung heimischer Betriebe bei KöSt und KeSt.

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