Dein Geld: "Realer" versus "Spekulativer" Wert

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El Pedro
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Dein Geld: "Realer" versus "Spekulativer" Wert

Beitrag von El Pedro » Fr Jan 11, 2019 3:04 pm

Ich halte es für einen sehr wichtigen, wenn nicht sogar den alles entscheidenden, Punkt das Thema "Geld" ansich zu begreifen.

Geld ist etwas so alltägliches, etwas, das im Grunde ständig in unseren Köpfen ist, dass es eine Selbstverständlichkeit ist.

Aber: Ist Geld wirklich selbstverständlich? Und: Falls ja, in welcher Form? ...in welchem "Wert"?

Diskussionen über dieses Thema enden meist sehr schnell mit einem resignativen Schulterzucken und einer Wortspende wie zB.:
"Nützt ja alles nichts. Ich muss meine Miete/Raten bezahlen, mein Essen & Trinken, meine Tankfüllung/Jahreskarte, etc....."

Das ist ja alles richtig, aber dann kommt auch oft das Gespräch auf die "Verteilung" und wie ungerecht es sei, dass eine höchst überschaubare Handvoll von Menschen in einem Land die Hälfte oder mehr des Gesamtvermögens besitzen - während sich alle Anderen um die verbliebene Hälfte streiten müssen.
Rufe nach einer "Umverteilung" werden laut, bis hin zu einem "fresst die Reichen", in jedem Fall aber ein "besteuert sie!", "lasst sie bluten!", oder ...."nehmt es denen einfach weg".....
Und das ist ja im Grunde auch richtig, bloß......

Wenn man es nämlich genau betrachtet, dann haben "die Reichen" bloß den absolut "fiktiven" Anteil am Gesamtvermögen, während der Rest, die Mehrheit, den "realen" Anteil am Gesamtvermögen hat.
Um die Reichen "zu enteignen", um "umzuverteilen" um "Gerechtigkeit herzustellen" muss man ihnen gar nichts "wegnehmen" - man müsste bloß eine eigene, wirklich wertvolle(!), "Parallelwährung" einführen, welche sich ganz einfach nicht zur Anhäufung eignet.

Der "rein spekulative Wert"-(Anteil) am Gesamtvermögen, stellt sich dann schnell als genau das heraus, was er im Grunde ist: Fiktiv. Eine Illusion. Eine große Luftblase.... und wenn die den Reichen dann "um die Ohren fliegt", trifft es die Bevölkerung rein gar nicht!

Der Artikel 5 des Manifestes bezieht sich auf die Einführung einer solchen "Parallel-Währung", eine welche nur jenen Teil des Volksvermögens reflektiert, welches den "Realen Wert" darstellt - während die gehorteten Euro, Dollar, Yen oder was auch immer, sich schnell als im Grunde "wertlos" herausstellen werden.
Zumal dieser "spekulative Anteil" am Gesamtvermögen ja schon dem Grunde nach, eigentlich nur "heisse Luft" ist. Es besteht aus Zinsen und Zinseszinsen, aus "Margen", "Aufschlägen", "Provisionen" und wird meist ohnehin nur mehr digital hin und hergeschoben.
So wie derzeit (noch?) auch "unser Geld".
Digital. Am "Bank-Konto". Da stehen Ziffern und zu diesen - und nur zu diesen(!) - haben wir ein Verhältnis, ein "Gefühl" aufgebaut.

Aber dieses "Verhältnis" ist ganz leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, wie man uns (fast müsste man sagen: dankenswerter Weise!) mit der Einführung des Euro vorexerziert hat.

Dinge die bislang 10 Schilling gekostet hatten, wurden über Nacht mit 1 Euro ausgepreist, obwohl es laut offiziellem Wechselkurs doch eigentlich nur 0,73 Euro gewesen wären?
Eine satte Preissteigerung von mehr als 36%! über Nacht!, welche hier zugeschlagen hat.... während natürlich zB Gehälter ganz "korrekt" nach dem offiziellen Wechselkurs ausbezahlt wurden.

Es ginge also um die -zusätzliche! (zum Euro) - Einführung einer "Regional/National-Währung" welche auf den eigenen Goldreserven Österreich's basiert.
Damit also einen garantierten Wert hat.
Aber es wäre eine Währung die für den "Realen Wert" - also jenen, welche die Bevölkerung durch ihre Arbeit, Dienstleistung etc. erbringt - und somit eine "Umlauf-Währung" die sich auch der Verlockung sie zu horten durch die einfachen Mechanismen des "Freigeldes" entzieht.

Natürlich müsste man das mit erfahrenen Ökonomen noch einmal im Detail durchdiskutieren und berechnen, aber so einmal grob gesprochen:
1% von der Nominale als "Wertverlust" pro Monat. wodurch eine zB öS 100,- Banknote nach einem Jahr nur mehr öS 88,- "wert" wäre.
Nach etwas über 8 Jahren sind die 100,- ÖS einfach gar nichts mehr wert.
"Horten" und "Bunkern" also sinnlos - zumal es noch eine zusätzliche Bedingung geben müsste: Verliehen dürfte so ein Schilling zwar werden, aber nur "zinsenfrei".
(Was ein interessantes Geschäftsmodell für findige Köpfe eröffnen würde, OHNE dass dieses zu Lasten der Schuldner geht!)

Abschließend noch zur Erklärung wie sich ""realer" versus "spekulativer" Wert des Geldes definiert:
Einfaches Beispiel:
Eine Wohnung die "draussen vor der Stadt am Acker" gebaut wird - versus einer Innenstadt-Wohnung.
Erstere wird "vergleichsweise günstig" sein, - Zweitere eine kleines Vermögen kosten.
Der Bauarbeiter, der Installateur, der Fliessenleger, ja selbst der Architekt verdienen nicht mehr, bloß weil sie die "Innenstadt-Wohnung" bauen.
Der durch deren Arbeit geschaffene "Wert" ist also ein "realer Wert".
Während die geringe Gewinnspanne "am Acker" versus der absurden Gewinnspanne in der Innenstadt, rein "spekulative Werte" sind.

Die "Enteignung der Reichen" erfolgt also nicht durch einen Lynchmob der vor deren Haustüre mit Fackeln und Mistgabeln auftaucht, sondern dadurch, dass der Arbeiter, Leistungserbringer, Dienstleister in "Real-Währung" bezahlt werden muss.... die spekulativen Aufschläge aber in spekulativen Währungen (wie dem Euro, Dollar, Pfund etc.) lukriert werden (müssen).

Die Konsequenz wäre, so gut wie unweigerlich, dass ein rapider Wertverfall der spekulativen Währung gegenüber der Real-Währung einsetzt, wodurch die Kaufkraft für jene welche auch tatsächliche, reale, Werte schaffen, steigt - jene mit spekulativem Charakter aber fallen (müssen).

So entstünde, über einen gar nicht so langen Zeitraum, ein gerechterer Vermögensausgleich zwischen "Arm und Reich".

El Pedro
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Re: Dein Geld: "Realer" versus "Spekulativer" Wert

Beitrag von El Pedro » Sa Jan 12, 2019 1:39 pm

Was ich noch mit aller Deutlichkeit dazugesagt haben möchte:

Ich halte es für falsch(!) einen Krieg "Arm gegen Reich" anzuzetteln.
Ganz abgesehen davon, dass dieser laut Warren Buffet bereits angezettelt wurde - von "den (Super) Reichen" und die sich sicher sind, diesen Krieg auch zu gewinnen.

Meiner Meinung nach hat Warren Buffet recht.
Den Krieg "Reich gegen Arm" werden die Reichen gewinnen.
Ausser:
Wir lassen uns auf diesen nicht ein.
Frei nach John Lennon: "Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin."

Natürlich wird sich keiner von uns, mit unserer Alternativ-/ Parallel-Währung, jemals einen Ferrari, eine 50-Meter Luxusyacht oder einen Privatjet leisten können!
Von einem "Ferienhäuschen an der Cote d'Azur" ganz zu schweigen....
.....aber, Hand aufs Herz: Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit dazu in unserer jetzigen Konstellation?

Um an nur eine Million zu kommen, muss man 1,- € pro Sekunde(!) auf die Seite legen können - dann hat man die in 11,5 Tagen beisammen.
-oder- in einem, für viele von uns "fassbareren" Beispiel:
Wenn man 3,- € pro gearbeiteter Stunde, 8 Stunden am Tag, 7(!) Tage pro Woche, ...auf die Seite legt, hat man "die Million" in etwas mehr als 114 Jahren(!) beisammen!
Beim gleichen Tempo (1,- € pro Sekunde!) braucht man fast 32 Jahre um eine Milliarde auf der Kante zu haben!

...ist doch klar, dass das für 95% aller Menschen ohnehin ausserhalb JEDER Wahrscheinlichkeit liegt!
(Ausser man gewönne im Lotto, das kann man ja weiter in "Euro" abhalten, und kaum ein Lottogewinner der nicht schnell festgestellt hätte, dass ein "paar Millionen" in Wahrheit ein "feuchter Dreck" sind, ihn auch noch nicht in die "echte Oberliga" befördern, und sich auch schnell wieder in Rauch auflösen)

Nein; Einen Krieg "Arm gegen Reich" können wir nicht gewinnen.
Aber: Diesen Krieg einfach nicht mitzumachen, den Reichen ihre Pfründe, ihren perversen Luxus, ihre Häuser, Jets, Traumautos, etc. zu lassen und zu sagen: "Seht her, wir begrüßen euch gerne in unserer Mitte und freuen uns wenn ihr euch mitten unter uns, mit all eurem Tand, all eurer Habe sicher und geborgen fühlt. Keine Angst! Von uns droht euch keine Gefahr!"
.....welchen "Krieg" den sie auch noch "gewinnen" wollen, würden die dann noch führen können?

Sollen sie sich doch ihre "spekulativen Gewinne" in "spekulativen Währungen" gegenseitig zuschanzen und sich noch einen Privatjet kaufen!
An "unsere Währung", an der tatsächlich geschaffenen (im Sinne von "realem Wert!) Substanz, an Jenem mit welchem wir "untereinander Handel und Tausch" betreiben, kommen diese Reichen ohnehin nicht mehr heran. (Denn dazu müssten sie ja selber auch "reale Werte, im Sinne von realer Arbeit" (!) anbieten.)
.....und wenn die dann ein ordentliches Brot haben wollen, das nicht aus einer Fließband-Fabrik kommt, oder wenn sie einen Installateur brauchen, der tatsächlich ein Problem erkennt und mit seinem Fachwissen repariert, wenn sie einen Notarzt oder eine Rettung brauchen, wenn sie.... (etc.) dann müssen sie eben "reale Währung" von irgendwo her bekommen. In der Regel werden sie das halt dann mit sehr viel(!) von ihrer "spekulativ angehäuften Spekulations-Währung" tun müssen.

Lasst denen ihre Welt, ihre Spielsachen, ihre Denkstrukturen - und lasst uns dafür sorgen, dass sie einfach nicht an unsere Welt, unsere Werte und unsere Denkstrukturen, inklusive der administrativen und tatsächlich regierenden, herankommen.

Krieg beendet! ....und vielleicht wird der eine oder andere dieser "Superreichen" sogar erkennen, dass Isolation - weil das ist der ultimative Preis den die jetzt schon bezahlen - so besch***en ist, dass sie sich auch gerne als "Gleiche unter Gleichen" in unserer Gemeinschaft einbringen.
Ganz ohne Krieg, ohne Blutvergießen, ohne Enteignungen (oder sonstigem Unfug).

Wickal
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Re: Dein Geld: "Realer" versus "Spekulativer" Wert

Beitrag von Wickal » So Jan 13, 2019 5:42 pm

Ich muss gestehen- nun bin ich schon einige Jahre auf dieser Welt. So wie es hier geschrieben is habe ich mir wirklich noch nie Gedanken darum gemacht!
Gefällt mir sehr gut, vor allem ist es wirklich sehr anschaulich erklärt!

seid gegrüßt, Wickal

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