Unterbereich 5.f.:

5.: Einführung von zumindest „Regionalwährungen“ nach Wörgler Freigeld Vorbild – oder aber Wiedereinführung einer Nationalwährung mit gleicher Orientierung. Nicht als Ersatz des Euro, sondern als zusätzliche Doppelwährung. (Wertbindung z.B. an Energie)

Moderator: Lisa

Antworten
Benutzeravatar
PBOe
Site Admin
Beiträge: 84
Registriert: Do Dez 20, 2018 8:12 am

Unterbereich 5.f.:

Beitrag von PBOe » Do Dez 20, 2018 9:44 am

… 5.f.: Einführung eines „Garantie-Einkommens“ für alle Staatsbürger, in einer namhaften Höhe und Größenordnung welche nicht aus dem Blickwinkel des „staatlichen Almosens“ gesehen werden soll.
Altersabhängige Staffelung (weniger für im Haushalt der Eltern lebende Kinder) aber immer und auf jeden Fall auch ausreichend für Senioren für eine würdige Lebensgestaltung ohne Gefahr der Not oder Altersarmut. (zB.: im Gegenwert von € 1.000,-/Monat für Kinder und Jugendliche bis zum Abschluss von deren Ausbildung, zB € 2.500,-/Monat für Erwachsene und zB € 2.000,- für Senioren) Im Gegenzug sollen alle Bürger welche den vollen Betrag erhalten zur Erbringung von „Gegenleistungen im Sinne der Gesellschaft“ angehalten werden. (Jeder im Rahmen seiner speziellen Fähigkeiten und Möglichkeiten bzw. unmittelbaren Bedarfes.) Die Auszahlung erfolgt auch an Erwerbstätige als Differenzbetrag auf deren Netto-Einkommen und entfällt lediglich bei Einkommen welche das „Garantieeinkommen“ übersteigen, für die Dauer während welcher solche Einkommen das Garantieeinkommen übersteigt.
Gleichzeitig werden alle sonstigen vielfältigen Zuschüsse und Förderungen und Beihilfen gestrichen.
(Da sollte schon fast der eingesparte Administrations-Aufwand die Kosten kompensieren.)
Insbesonders Soziale Berufe und Dienstleistungen sollen schon alleine dadurch aufgewertet werden, dass diese von jedweder weiteren „Kompensando-Leistung“ befreit sind. Desgleichen gilt für Mütter, welche sich ihrem Nachwuchs widmen. Hohe Strafen bei erwiesenem Missbrauch.

Wickal
Beiträge: 13
Registriert: Sa Dez 29, 2018 12:01 pm

Re: Unterbereich 5.f.:

Beitrag von Wickal » Sa Dez 29, 2018 1:00 pm

"Im Gegenzug....zur Erbringung von "Gegenleistungen im Sinne der Gesellschaft" angehalten werden"
Wie kann ich das verstehen?
Im Job würde das dann lt. meinem Verständnis bedeuten das Kommunismus herrschen soll?!
Ich kann nicht glauben das ernsthaft über einen solchen Rückschritt nachgedacht wird.
Und woher soll das Geld für eine Grundeinkommen nach diesem Beispiel kommen?

seid gegrüßt, Wickal

Benutzeravatar
Leo
Beiträge: 45
Registriert: Do Dez 27, 2018 10:34 am

Re: Unterbereich 5.f.:

Beitrag von Leo » Sa Dez 29, 2018 2:00 pm

Wickal hat geschrieben:
Sa Dez 29, 2018 1:00 pm
"Im Gegenzug....zur Erbringung von "Gegenleistungen im Sinne der Gesellschaft" angehalten werden"
Wie kann ich das verstehen?
Im Job würde das dann lt. meinem Verständnis bedeuten das Kommunismus herrschen soll?!
Ich kann nicht glauben das ernsthaft über einen solchen Rückschritt nachgedacht wird.
Nein, das hat mit "Kommunismus" nichts zu tun.
Im Gegenteil: das ist eigentlich ein durch und durch kapitalistischer Denkansatz!
Im Sinne von: "Du willst etwas von mir? Gut. Gebe ich Dir. Was bietest Du mir im Gegenzug?"
So funktioniert "Kapitalismus".
Wir einigen uns auf einen Deal. Ich erbringe meinen Part, erwarte mir natürlich, dass Du Deinen Part auch erfüllst, und wenn Du das nicht tust, wenn Du unsere Vereinbarung brichst, dann bin ich an meinen Part auch nicht mehr gebunden.
Nicht wahr?

Nun:
Wenn der Staat, also die "Gemeinschaft Aller" zu mir sagt: "Ich gebe Dir monatlich € 2.500,- ... damit kannste prima leben, das ist ein durchaus respektables Einkommen, wertgesichert .... Passt. Und jetzt zur Gegenfrage: Was bietest Du mir (in diesem Fall natürlich "der Gemeinschaft") als Gegenleistung?"
Du kannst es Dir frei aussuchen! - Wenn mir aber Dein Angebot nicht genügt, dann werde ich eben sagen: "OK, das nehme ich an, aber zusätzlich will ich von Dir noch dieses oder jenes."
Verweigerst Du mir das dann, dann platzt eben der "Deal".
No Deal!
So ist das in einer "Marktwirtschaft".
Wer sagt, dass eine "Marktwirtschaft" nicht auch nach "sozialen Aspekten" geführt werden kann?

Wenn mir dann ein junger, kräftiger Kerl sagt: "Ich schaufle im Winter Schnee, aber erst ab 11:00 Vormittags, weil bis dahin schlafe ich" .... dann wird das, wenig verwunderlich, wohl nicht ausreichen!
Während, wenn eine Hausfrau und Mutter sagt: "Ich koche für meine betagte Nachbarin mit, erldige ihre Wäsche zusammen mit meiner und sehe auch sonst nach dem Rechten bei ihr" dann ist das doch ein fairer Deal?
Also: Deal.

Und wenn die Menschen das selber einteilen, verteilen und aufteilen, dann werden sie das schon auch selber "überwachen"... Ein Anfang der sicherlich holprig wäre, aber gewiss etwas das sich auch einspielt, sobald sich die Menschen (auch) wieder daran gewöhnt haben Eigenverantwortung zu übernehmen und sich nicht mehr ständig hinter Gehorsam verstecken können.
Wickal hat geschrieben:
Sa Dez 29, 2018 1:00 pm
Und woher soll das Geld für eine Grundeinkommen nach diesem Beispiel kommen?
Dazu muss man einmal für eine Tatsache ein Grundverständnis aufbringen.
"Geld gibt es nicht mehr." (Schon lange nicht, das ist eine riesengroße Illusion, ein Täuschungsmanöver, bei dem unglaublich viele Profiteuere (noch!) zusammen spielen, um diese Illusion aufrecht zu erhalten.)
"Schon lange nicht mehr" gilt seit 1948 wo bei der Konferenz von Bratton Woods die Aufhebung der internationalen Währungsbindung an den Goldstandard beschlossen wurde. Der US-Präsident Nixon hat dann Anfang der 1970er den vorerst letzten Nagel in diesen Sarg getrieben.
Das blieb aber weitgehend unbemerkt, weil "Geld ja im Umlauf" war und auch ohne je in Frage gestellt zu werden von allen, nach einer leicht fluktuierenden Normierung, akzeptiert wurde.
Wie "tief gesunken", wie fiktiv(!), dieses ganze System wirklich geworden ist, zeigte dann die Finazkrise vor etwa 10 Jahren!
Staaten die gerade noch gesagt hatten, dass sie ein paar Milliönchen zusätzlich für zB die "Wertanpassung der Pensionen" schlichtweg "nicht haben" - konnten plötzlich, ohne zu zögern, ohne "rot zu werden" dreistellige Milliarden(!)-Beträge zur Bankenrettung in die Schlacht werfen?
Lapidare Begründung #1: "Die Banken sind eben systemrelevant. "
Lapidare Begründung #2: "Es sind ja ohnehin nur Garantien die wir hier abgegeben haben"
Um das zu verdeutlichen: Egal wie hungrig ich bin (was ja wohl für mein persönliches System höchst relevant wäre), wenn ich kein Geld habe, kann ich mir nichts zum Essen kaufen und ich kann auch dem Wirt keine Garantien abgeben, dass ich das allenfalls auch sofort bezahlen würde wenn er es verlangt.

Was man damals gemacht hat - und wo es keinen vernünftigen Grund gibt das weiter zu tun: Man hat einfach ein paar "Nullen" vor dem Komma in irgendwelchen Computern geschaffen.... und für diesen Zweck?
Nunja, kann es für einen Staat etwas "systemrelevanteres" geben, als die eigene Bevölkerung?

Darüber hinaus - um es ein wenig "weniger polemisch" zu transportieren - wäre die Gesamtbelastung für die Gemeinschaft ja auch nicht (in Österreich): € 2.500,-/Monat mal x-Millionen Staatsbürger x 12 Monate/Jahr welche "zusätzlich" aufgebracht werden müssten.
Unmengen an Einzelförderungen, Einzelzahlungen, Einzelunterstützungen - samt dem unfassbaren Aufwand das alles zu administrieren - würden ja ebens wegfallen, wie auf einer ganzen Reihe anderer Ebenen Einsparungen (zB bei der Bürokratie, Vereinfachung von Abläufen etc.) sich "automatisch" bemerkbar machen würden.
Auch die Gehälter einer wahren Armee von Staatsdienern die auch jetzt schon von der öffentlichen Hand getragen werden, würden unter diese Regelung fallen, bloß würde eben die "Konstellation der Arbeitslosigkeit" aus unserem Sprachgebrauch verschwinden können.
Dazu käme, recht zweifelsfrei eine deutliche Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich, also bei einer fairen und vernünftigen - dafür aber unnachgibigen - Besteuerung auch hier deutliche Zuwächse bei den Steuereinnahmen.

Selbst wenn mal also meine erstgenannten Ausführungen beiseite wischt, selbst wenn man davon ausgehen wollen würde, dass "unser Geldsystem" tatsächlich irgend einen realen, relevanten und objektiven "Wert" hat, würde sich das insbesonders dann ausgehen, wenn es in Verbindung mit unserem Vorschlag der "zusätzlichen, Parallel-Nationalwährung" umgesetzt würde.
~~~~~~~~~~~
...und wenn ich auf Wasser laufen könnte, würde es welche geben, die sagen:
"Seht her! Nicht einmal schwimmen kann er!"

Wickal
Beiträge: 13
Registriert: Sa Dez 29, 2018 12:01 pm

Re: Unterbereich 5.f.:

Beitrag von Wickal » So Jan 13, 2019 5:51 pm

Ich muss hier einmal ein großes Lob aussprechen!
Ein Lob an Leo! Was du hier leistest- ein Wahnsinn.
Du erklärst Dinge so, dass man sie verstehen muss. Danke

seid gegrüßt, Wickal

Antworten