Generationenmanifest

Für alles was halt so "Gott und die Welt" betrifft...

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El Pedro
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Generationenmanifest

Beitrag von El Pedro » Do Jan 03, 2019 10:55 am

Unter der URL generationenmanifest.de gibt es einen interessanten Denkansatz, welchen zu beleuchten (und zu kommentieren) sich allenfalls lohnen könnte.

zunächst einmal möchte ich das einfach "unkommentiert" vorstellen. (Meine Gedanken dazu folgen in weiteren Posts)

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Das Generationen-Manifest

Wir sind Bürgerinnen und Bürger dieses Landes und stellen besorgt fest:
Die älteste Übereinkunft der Menschheit ist in Gefahr – der Generationenvertrag.

Vorangegangene Generationen haben immer versucht, ihren Kindern eine bessere und gerechtere Welt zu hinterlassen. Auch deshalb geht es uns heute so gut wie nie zuvor.

Wir, die goldenen Generationen der nach dem Krieg Geborenen, haben dieses urmenschliche Anliegen stillschweigend kassiert und ahnen jetzt, dass wir unseren Kindern eine Fülle von ungelösten Problemen vor die Füße werfen.

Dabei wissen wir längst, dass es jetzt von uns abhängt, ob die Grundlagen für eine lebenswerte Zukunft erhalten bleiben.

Die Lage ist erschreckend. Unsere Leistungsgesellschaft mit ihrem Produktions- und Wachstumswahn ist dabei, die Erde für unsere Nachkommen unwirtlich und unbewohnbar zu machen.

Wir müssen uns deshalb entscheiden, ob wir uns mit diesem kurzfristigen, egozentrischen Denken weiter der Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen entziehen oder umdenken und mit mutigem Handeln die Chancen künftiger Generationen auf Gesundheit, Erfüllung und Glück wiederherstellen.

Dabei geht es nicht um die isolierte Bekämpfung einzelner Krisen wie Armut, Hunger, Klimawandel oder Migration. Wir leben heute in einer Welt, in der alles mit allem und jeder mit jedem verbunden ist. Alles, was wir tun oder unterlassen, hat eine Wirkung, über Ländergrenzen und Generationen hinweg. Deswegen müssen wir als Gesellschaft gemeinsam handeln und Grundlagen für ganzheitliche Lösungen schaffen.

Wir engagieren uns auf gesellschaftlicher Ebene für einen neuen Generationenvertrag, einen Vertrag, der zum ersten Mal die Bedürfnisse kommender Generationen und deren Herausforderungen wirklich ernst nimmt. Denn sie sind es, die die Folgen unseres Handelns und Nichthandelns einmal tragen werden.

Wir, die Unterzeichner, setzen uns für langfristige, generationenübergreifende Strategien und ganzheitliche Lösungen ein, denn die derzeitige Planung aller großen Parteien bis 2030 ist kein Planungsmaßstab, der die Interessen der nächsten Generationen angemessen berücksichtigt.


Wir fordern:

1. Frieden: Eine Zukunft ohne Krieg ist nicht selbstverständlich.
Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für eine endgültige Abschaffung aller Atomwaffen einzusetzen und ein Ende des Exports von Kriegswaffen in Spannungsgebiete zu beschließen.

2. Klima: Mit allen Mitteln die Klimakatastrophe abwenden.
Auch in Deutschland müssen wir unsere Anstrengungen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen massiv erhöhen. Wir fordern die Bundesregierung auf, den Einsatz fossiler Brennstoffe bis 2040 zu beenden sowie ein tragfähiges Konzept für CO2-Besteuerung bzw. Emissionshandel vorzulegen. Aus den Erträgen soll ein Zukunftsfonds aufgelegt werden, der Innovationen fördert und für künftige Generationen spart.

3. Bildung: Wir werden neue Kompetenzen brauchen.
Unser Bildungskonzept stammt aus einem anderen Jahrhundert. Im digitalen Jahrtausend brauchen wir Interdisziplinarität, die Befähigung zur Selbstbildung, Teamfähigkeit und Medientraining. Wir fordern eine Zukunftskommission, die ein themenorientiertes Lernen und Lehren vom Kindergarten bis zur Universität entwickelt und seine Umsetzung entschlossen einleitet.

4. Armutsbekämpfung: Hunger, Armut und Überbevölkerung beenden.
Wir fordern die Bundesregierung auf, hier entschlossener zu handeln und die bereits gemachten Zusagen einzuhalten. Die Lösung liegt in der Durchsetzung von fairen Löhnen, einer fairen Arbeitsteilung und fairen Regeln für die Produktion des globalen Konsums. Deutschland soll hier Vorreiter werden.
Die Bildung und Stärkung von Frauen und Kindern in Schwellen- und Entwicklungsländern mithilfe eines internationalen Bildungsprogramms wird zu realistischeren Lebens- und Bleibeperspektiven der dort lebenden Menschen beitragen.

5. Gerechtigkeit: Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich verringern.
Die Altersarmut ist für einen wachsenden Teil der Bevölkerung eine reale Bedrohung. Wir fordern die Bundesregierung auf, unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung, eine Planung für das Renten- und Sozialsystem bis 2050 vorzulegen.
Wir fordern eine Steuerreform für ein gerechtes Steuersystem, mit fairen Vermögens-, Erbschafts- und Finanztransaktionssteuern und der Entlastung kinderreicher Familien, sowie eine ernsthafte Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen.

6. Unternehmenshaftung: Unternehmen und Banken dürfen nicht gegen, sondern müssen für die Menschen arbeiten.
Wir fordern die Einführung und Durchsetzung des Verursacherprinzips und klarer Haftungsregeln auf globaler und nationaler Ebene. Folgekosten von Krisen und Katastrophen müssen von denjenigen getragen werden, die mit hohen Risiken Gewinne erzielen und Probleme auf künftige Generationen abwälzen.
Und wir fordern ernsthafte globale Anstrengungen, damit Unternehmenssteuern in dem Land gezahlt werden, in dem auch die Gewinne erzielt werden.

7. Migration: Menschen werden kommen, sie haben ein Recht darauf.
Unser Egoismus und unsere Profitgier sind mitverantwortlich für die Flüchtlingsströme. Wir müssen hier Verantwortung übernehmen und uns der Situation stellen.
Wir fordern einen Gestaltungsplan, der auf internationaler Ebene Vorsorge für die zu erwartenden erheblichen Migrationsströme der Zukunft trifft, und einen Verteilungsplan, der über einen gerechten Schlüssel dafür sorgt, dass diese Menschen aufgenommen und integriert werden können.
Und wir fordern eine konsequente und faire Integration der hier lebenden Flüchtlinge und Migranten sowie die Diskussion über eine globale Green Card.

8. Digitalisierung: Die digitale Revolution birgt Chancen und Risiken.
Die tiefgreifende Veränderung von Wirtschaft und Gesellschaft durch die Digitalisierung verlangt nach klaren Regeln. Wir brauchen eine digitale Charta und eine supranationale Institution, die Regeln setzen und deren Einhaltung durchsetzen kann, das gilt für die Nutzung von persönlichen Daten ebenso wie für die Strafbewehrung von digitalen Verbrechen.
Digitale Geschäftsmodelle müssen in einen global gültigen regulatorischen Rahmen eingebettet werden, der jedem Bürger die Souveränität über seine Daten garantiert und die Gefahr begrenzt, dass sich der Staat zu einem Überwachungsstaat entwickelt, der die Entfaltung der nächsten Generationen behindert.
Wir fordern die Bundesregierung auf, ein Besteuerungsmodell zu entwickeln, das den digitalen Geschäftsmodellen Rechnung trägt, Produktivitäts- und Effizienzgewinne angemessen bei der Besteuerung berücksichtigt und den Wegfall von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen durch neue Besteuerungsarten ausgleicht.

9. Müll: Abfall darf nicht unser Hauptvermächtnis an künftige Generationen werden.
Inzwischen sind die Ozeane bis in die Tiefsee mit Plastikmüll gefüllt; für den radioaktiven Abfall aus Kernkraftwerken gibt es keine Entsorgungslösung, und Raubbau an den natürlichen Ressourcen hat ganze Regionen verwüstet und verseucht. Wir fordern die künftige Bundesregierung auf, in Zukunft nur noch solche Materialien zuzulassen, die innerhalb einer Generation wieder natürlich abgebaut oder technisch entsorgt werden können.

10. Generationengerechtigkeit: Aufnahme in das Grundgesetz!
Wir brauchen einen neuen Generationenvertrag, der diesen Namen auch verdient.
Wir fordern die kommende Bundesregierung auf, Generationengerechtigkeit in das Grundgesetz aufzunehmen und so sicherzustellen, dass Haftungsforderungen im Namen zukünftiger Generationen eingeklagt werden können.

============

Selten hatten so viele Menschen Sorge um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel. Wir auch!

Wir haben uns deshalb zusammengetan, um hier einen Kurswechsel einzuleiten.

Wir laden alle ein, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen, zu diskutieren, zu verhandeln und einen entschlossenen und optimistischen Aufbruch zu wagen.

Unsere Generation hat heute das Wissen, um die Probleme der Welt zu lösen.

Menschen landeten auf dem Mond und werden bald auf dem Mars landen. Mit diesem Willen werden wir es auch erreichen, diese Erde wieder lebenswert zu machen für alle Generationen, hier und anderswo, heute und in Zukunft.

Das ist, was wir wollen. Und wir fangen jetzt damit an.

Die Unterzeichner

El Pedro
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Re: Generationenmanifest

Beitrag von El Pedro » Do Jan 03, 2019 12:50 pm

Die Verfasser dieses "Generationen Manifestes" laden zwar zur Diskussion darüber ein, bieten aber kein taugliches Format (wie zB ein Forum wie dieses).

Daher also meine Gedanken dazu hier, wobei alles was ich unkommentiert lasse, meine persönliche Zustimmung findet.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
Die älteste Übereinkunft der Menschheit ist in Gefahr – der Generationenvertrag.
(und/bzw.)
Wir, die goldenen Generationen der nach dem Krieg Geborenen, haben dieses urmenschliche Anliegen stillschweigend kassiert und ahnen jetzt, dass wir unseren Kindern eine Fülle von ungelösten Problemen vor die Füße werfen.
Das mit dem "ist in Gefahr" ist eine "dezente Untertreibung" (im besten Fall). ....und an dem Punkt mit dem "ahnen" sind wir eigentlich auch schon sehr lange vorbei?
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
Wir müssen uns deshalb entscheiden, ob wir uns mit diesem kurzfristigen, egozentrischen Denken weiter der Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen entziehen oder umdenken und mit mutigem Handeln die Chancen künftiger Generationen auf Gesundheit, Erfüllung und Glück wiederherstellen.
Um es vorweg zu nehmen: Ja, richtig, es wird unseres Handelns(!) bedürfen - so, wie es dann weiter unten im eigentlichen Manifest transportiert wird, nämlich jeweils zu sagen "wir fordern", ist das "Gegenteil von Handeln"!
"Fordern" ist eine (individuelle) Erwartungshaltung zu transportieren und auf jene zu übertragen die das mit dem "Handeln" dann erledigen sollen.
SO wird es (mbMn) nicht funktionieren.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
...... denn die derzeitige Planung aller großen Parteien bis 2030 ist kein Planungsmaßstab, der die Interessen der nächsten Generationen angemessen berücksichtigt.
In diesem Punkt wohnt eine wichtige Erkenntnis inne: ALLE unsere derzeitigen Parteien operieren innerhalb der gleichen Rahmenbedingungen; Sohin ist es längst unerheblich geworden, welche dieser Parteien man wählt - das Ergebnis wird immer das Gleiche sein. Das haben wir nun wohl oft genug als Resultat von Wahlen erlebt.
Einziges mögliches Conclusio ist daher, die gesamte Staatsstruktur neu und ganz anders aufzustellen.
So wie hier im "Manifest" vorgestellt.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
Wir fordern:
Siehe 2 Kommentare weiter oben. "Fordern" ist der falsche Weg. Selber machen!
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
1. Frieden: Eine Zukunft ohne Krieg ist nicht selbstverständlich.
Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für eine endgültige Abschaffung aller Atomwaffen einzusetzen und ein Ende des Exports von Kriegswaffen in Spannungsgebiete zu beschließen.
Das geht m.E. einfach nicht weit genug; "Die Abschaffung aller Waffen welche sich zum Einsatz als Angriffswaffen eignen." wäre irgendwie tauglicher. Wobei Deutschland (als zB NATO-Mitglied) diesbezüglich sicher auch in einer anderen Position ist, als Österreich.

An dieser Stelle wären auch entsprechenden Formulierungen der "EU-Verfassung" (welche letztlich mit dem Titel "Vertrag von Lissabon" getarnt wurde) intensivst zu beleuchten.
Insbesonders jene welche die Aufstellung und Einrichtung der "EU-Battletroups" und die festgelegten Rahmenbedingungen für deren Einsatz betrifft.
"...zur Verteidigung der Interessen der EU...." lässt einfach derart viel Spielraum für selbst höchst bedenkliche Auslegungen, dass es eigentlich inakzeptabel ist. Diese würden zB auch jederzeit einen Einsatz dieser Truppen weit ausserhalb der EU-Grenzen gestatten, so eben "irgendwer" beschließt, dass "dort" (wo eben auch immer) die - auch nur wirtschaftlichen - "Interessen der EU" in Gefahr(?) wären.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
2. Klima: Mit allen Mitteln die Klimakatastrophe abwenden.
......den Einsatz fossiler Brennstoffe bis 2040 zu beenden sowie ein tragfähiges Konzept für CO2-Besteuerung bzw. Emissionshandel vorzulegen.
Das erste "Problem" bei diesem Punkt ist die Tatsache, dass auch das Pariser Klimaschutzabkommen nicht mehr als eine "unverbindliche Absichtserklärung und Empfehlung" ist. Solange dieses nicht für alle Staaten der Welt "verpflichtend, verbindlich und irreversibel" wird, ist es im Grunde das Papier nicht wert, auf dem es tausendfach ausgedruckt wurde.

Weiters ist es höchst zweifelhaft, dass wir für diesen Weg noch "21 Jahre Zeit" haben. Eigentlich sollten wir diese Ziele in den nächsten 5(!) bis maximalst(!) 10 Jahren schaffen. Je weiter in der Zukunft Ziele angesiedelt sind, desto eher erzeugen diese die Illusion, dass "noch reichlich Zeit" wäre. Wir haben keine Zeit mehr. Im Grunde genommen gar keine!

Und schließlich findet sich hier ein weiterer, fundamentaler(!) Trugschluss, nämlich jenen, dass (unser) "Geld", in irgend einer traditionellen Auslegung, auch nur noch "irgend einen Wert" hätte.
Das "Geld" welches wir heute bereits verwenden, ist längst nur mehr fiktiv - somit sind auch "Besteuerungen" jedweder Art völlig müssig, - zumal "Geld" (selbst dann wenn es "real" wäre), der Natur, unserer Umwelt und damit den grundsätzlichen Lebensbedingungen auf unserem Planeten, völlig gleichgültig sind.
Auch nur der Gedanke an diese Art "Ablasshandel" ist sohin im Grunde absurd.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
Aus den Erträgen soll ein Zukunftsfonds aufgelegt werden, der Innovationen fördert und für künftige Generationen spart.
Siehe zum Thema "Geld" im Absatz darüber.
...denn somit wäre jedwede Summe welche sich allenfalls in einem solchen "Zukunftsfonds" befände, auch nichts weiter als eine "rein fiktive Illusion".
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
4. Armutsbekämpfung: Hunger, Armut und Überbevölkerung beenden.
Himmel! Wie will man denn "Überbevölkerung beenden"?
Das mag ja eine wunderbar klingende Forderung sein, aber selbst bei Kerzenschein ist diese eigentlich "zahnlos populistisch".
Wie soll das gehen? "Zwangs-Sterilisation" aller Frauen, nach der ersten Geburt? ...also viel "frauenfeindlicher" (und zynischer) kann man eigentlich kaum werden - und das von einem "Manifest" das ein paar Sätze weiter unten die ebenfalls höchst populistische "Frauenfrage" bedient.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
Die Lösung liegt in der Durchsetzung von fairen Löhnen, einer fairen Arbeitsteilung und fairen Regeln für die Produktion des globalen Konsums.
Auch dies basiert auf einem "fundamentaler Irrtum" bzw. "Fehleinschätzung".
Es würde nämlich auf der Annahme beruhen, dass es künftig noch eine Anzahl von Arbeitsplätzen in nennenswertem Ausmaß geben wird.
Hier ist jetzt schon klar, dass sich der "Mensch als Arbeitskraft" maximal in einigen wenigen Nischen noch etwas länger wird halten können.
Diese Forderung "klingt zwar schön" und "humanistisch" entbehrt aber, speziell bei einem Blick auf die Zukunft, im Grunde jedes Fundamentes.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
Die Bildung und Stärkung von Frauen und Kindern in Schwellen- und Entwicklungsländern mithilfe eines internationalen Bildungsprogramms wird zu realistischeren Lebens- und Bleibeperspektiven der dort lebenden Menschen beitragen.
"Guckt mal! Wir folgen dem Gedanken von "edel sei der Mensch, hilfreich und gut..." - sind wir nicht toll?"
Dieses ständige (Über-)strapazieren des "Frauen-Gedankens" (anstelle des - im Grunde einzig akzeptablen - "Mensch-Gedankens") wirkt auch hier "populistisch" und "wenig durchdacht".
Auch geht selbst dieser Punkt davon aus, dass es in diesen Ländern anders sein wird als "bei uns", nämlich das "Arbeitsplätze für Menschen" erhalten bleiben - und wenn dann massiv zu Lasten der Umwelt (Stichwort: Globaler Transport und die enormen Schadstoffemmissionen durch diesen).
Und schließlich: Was denn? Männer und Knaben sollen kein "Recht auf Bildung" haben?
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
5. Gerechtigkeit: Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich verringern.
Die Altersarmut ist für einen wachsenden Teil der Bevölkerung eine reale Bedrohung. Wir fordern die Bundesregierung auf, unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung, eine Planung für das Renten- und Sozialsystem bis 2050 vorzulegen.
Wir fordern eine Steuerreform für ein gerechtes Steuersystem, mit fairen Vermögens-, Erbschafts- und Finanztransaktionssteuern und der Entlastung kinderreicher Familien, sowie eine ernsthafte Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen.
Hier wiederholen sich in trauter Gemeinsamkeit so ziemlich alle bereits angesprochenen "fundamentalen Irrtümer".
Das "bedingungslose Grundeinkommen" ist darüber hinaus - in seiner derzeit allerorts ventilierten Ausformung - ein völlig untaugliches Konzept.
(a) Mit "Almosen", welche die Lebenssituation bei "zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel" einzementieren, ist gar nichts erreicht. Damit wird weder die eigentliche Armut, noch die Perspektiven- & Hoffnungslosigkeit der Menschen ohne Arbeit bekämpft und auch für die Wirtschaft fehlen wichtige Impulse.
(b) Jene welche (noch!) einen Job haben, werden bis aufs Letzte gegen eine Regelung kämpfen, welche sie (scheinbar) nicht nur massiv benachteiligt sondern wo auch nur eine Schlussfolgerung möglich ist: "Wir arbeitenden bezahlen mit unseren Steuern den Müßiggang der ganzen Faulpelze". Die Kraft, Zeit und Energie welche es kosten würde, diesen Widerstand zu überwinden, könnte man sinnvoller einsetzen (Siehe: "Garantie-Einkommen" wie hier vorgestellt).
(c) Um in die "richtige Richtung" zu denken, oder zumindest damit anzufangen, muss man zunächst anerkennen, dass ein "Job", ein Arbeitsplatz" weit mehr Funktionen erfüllt als bloß einen "Betrag X" am Monatsersten aufs Konto zu verbuchen. Mag ja sein, dass ein paar "Faulpelze" wirklich nur des Geldes wegen arbeiten, aber für die überwiegende Mehrheit wird es (auch) "soziale Interaktion", "Anerkennung", "Aufgabe", "Selbstbestätigung", "Tages-Struktur", uvAm sein.
Dies alles lässt sich niemals durch ein "BGE" (bedingungsloses Grundeinkommen) ersetzen.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
6. Unternehmenshaftung: Unternehmen und Banken dürfen nicht gegen, sondern müssen für die Menschen arbeiten.
Wir fordern die Einführung und Durchsetzung des Verursacherprinzips und klarer Haftungsregeln auf globaler und nationaler Ebene. Folgekosten von Krisen und Katastrophen müssen von denjenigen getragen werden, die mit hohen Risiken Gewinne erzielen und Probleme auf künftige Generationen abwälzen.
Und wir fordern ernsthafte globale Anstrengungen, damit Unternehmenssteuern in dem Land gezahlt werden, in dem auch die Gewinne erzielt werden.
Das sind alles "sehr schöne Absichten" - aber sie sind auch in gleichem Maße unrealistisch.
Wir haben es bislang noch nicht geschafft in der gesamten EU (also wir sind da noch sehr weit weg von "globalen" Regeln) einheitliche Mehrwertsteuer oder sonstige Einkommens/ & andere Steuersätze zu etablieren, wir haben noch nicht einmal einheitliche Strassenverkehrsregeln oder Vorschriften für die Ausstattung von Autos..... (etc., etc., etc.,) aber wir wollen über "globale Haftungsregeln" oder ebensolche für Banken & Co schwadronieren?
Für all das Genannte (so erstrebenswert es grundsätzlich auch sein mag) würde es schon an ein Wunder grenzen, wenn man derlei auf Nationaler Ebene schafft, und sich dann erfolgreich dagegen wehrt, dass Banken/Unternehmen und Spekulanten nicht "zumindest virtuell offene" Grenzen weiter zu ihrem Vorteil und zur Umgehung solcher Regelungen nutzen?
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
7. Migration: Menschen werden kommen, sie haben ein Recht darauf.
...... sowie die Diskussion über eine globale Green Card.
Sehr viele, sehr kluge Menschen haben sich (sehr lange) den Kopf darüber zerbrochen um die "Charta der Menschenrechte" zu formulieren.
Ein "Menschrecht auf Migration" findet sich in diesen - aus gutem Grund(!) - nicht.
Es wird immer Weltgegenden geben welche zB durch "kluges Wirtschaften", "vorauseilenden Verzicht und/oder Fleiss der Bevölkerung", "sorgsamen Umgang mit der Natur oder natürlichen Ressourcen" ...oder einfach schlicht durch ihre "klimatisch bevorzugte Lage" interessanter und ansprechender sind als andere.
Würde man nun all jenen die in "weniger priviligierten Gegenden" leben das "Recht" einräumen, diese kleinen "Paradiese", auf der Suche nach dem eigenen Glück "zu stürmen", kann dabei nichts anderes herauskommen, dass diese "Paradiese" zertrampelt werden.
Wovon niemand etwas hätte - und was wäre nach der Zerstörung des "einen Paradieses" die Folge? Alle gemeinsam(?) stürmen weiter und zertrampeln das Nächste?
Diese Ziele sind sehr "edel" und "idealistisch" aber schlicht nicht erreichbar.
Die UNO geht in den nächsten 15-20 Jahren von weltweit ca 500 Millionen(!) "Klimaflüchtlingen" aus, und es bedarf keiner sonderlichen Vorstellungskraft um sich auszumalen, was das Ergebnis wäre, würden diese 500 Millionen beschließen einfach die 80 Millionen Deutschen in Deutschland schon deswegen über den Haufen zu rennen, weil sie ja (siehe oben) "ein Recht darauf" haben?
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
8. Digitalisierung: Die digitale Revolution birgt Chancen und Risiken.
Die tiefgreifende Veränderung von Wirtschaft und Gesellschaft durch die Digitalisierung verlangt nach klaren Regeln. Wir brauchen eine digitale Charta und eine supranationale Institution, die Regeln setzen und deren Einhaltung durchsetzen kann, das gilt für die Nutzung von persönlichen Daten ebenso wie für die Strafbewehrung von digitalen Verbrechen.
Digitale Geschäftsmodelle müssen in einen global gültigen regulatorischen Rahmen eingebettet werden, der jedem Bürger die Souveränität über seine Daten garantiert und die Gefahr begrenzt, dass sich der Staat zu einem Überwachungsstaat entwickelt, der die Entfaltung der nächsten Generationen behindert.
Wir fordern die Bundesregierung auf, ein Besteuerungsmodell zu entwickeln, das den digitalen Geschäftsmodellen Rechnung trägt, Produktivitäts- und Effizienzgewinne angemessen bei der Besteuerung berücksichtigt und den Wegfall von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen durch neue Besteuerungsarten ausgleicht.
Noch einmal: All derlei auf nationaler Ebene umzusetzen wäre schon fast ein Wunder und würde tiefstgreifender Veränderungen bedürfen. EU-weit sind schon einfachere Forderungen bislang gescheitert, für die "First World" gelingt derlei nur, wenn es ein umfassendes finanzielles Engagement präsumptiver Nutznieser (aka Banken/Konzerne) gibt und "global"? ....absolut illusorisch.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
10. Generationengerechtigkeit: Aufnahme in das Grundgesetz!
.... dass Haftungsforderungen im Namen zukünftiger Generationen eingeklagt werden können.
Was soll bitteschön das Ergebnis einer solchen Klage sein?
Finanzielle Entschädigung? => siehe den Ausführungen zum Thema "Geld".
...oder? was sonst sollte bei solchen Klagen (die, vor allem wenn es um viel Geld geht, schnell Jahrzehnte zur Abhandlung brauchen können) herauskommen?
Das ist eine weitere sehr "edle" Forderung der selbst ein nur "theoretisches Fundament" fehlt.

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Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
Wir laden alle ein, diesen Weg ..... zu diskutieren, zu verhandeln und einen entschlossenen und optimistischen Aufbruch zu wagen.
Also ich zumindest habe auf dieser Webseite vergeblich nach einem Bereich gesucht, welcher für eine Diskussion eingerichtet worden wäre.
Daher habe ich es hierher verfrachtet, und gleich selber die nunmehr geschaffene Möglichkeit genutzt.
Don Pedro hat geschrieben:
Do Jan 03, 2019 10:55 am
Das ist, was wir wollen. Und wir fangen jetzt damit an.
Bedauerlicher Weise fehlt das für auch nur den Ansatz einer realisierbaren Umsetzung erforderliche Konzept.
So wie es jetzt ist und steht, vor allem auch mit dem gegenwärtigen Adressaten (Bundesregierung) und dem "Handlungsansatz" (wir fordern [von den Anderen]) ist das ein "hübsches, durchaus humanistisch angehauchtes, vielleicht sogar "frommes" aber ebenso zahnloses Wunschdenken".

Lisa
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Re: Generationenmanifest

Beitrag von Lisa » Do Jan 03, 2019 2:31 pm

Hier mein Kommentar, meine Gedanken zum "Generationenmanifest", 1:1 aus Facebook übernommen...

Ich sehe dieses Manifest als reinen "Wunschzettel" an die Bundesregierung.
Und dabei sehe ich zwei massive Probleme:

1) das Festhalten an der jetzt bestehenden Regierungsform:
"Demokratie" so wie sie ist kann und wird nicht funktionieren.
Warum?
Weil wir als Wähler maximal "Aushängeschilder" wählen "dürfen". Keine der von uns gewählten Parteien wird jemals, schon gar nicht in Zeiten von Koalitionen(!) Posten, Ministerien so besetzen (können [wollen]) das nur FÜR das Volk gearbeitet wird. Dafür reicht zum Einen die Regierungszeit (Legislaturperiode)nicht aus- bedenke wie lange Beschlüsse und Erlässe brauchen, geschweige denn die Zeit bis zur Umsetzung/ Durchsetzung. Wer wird sich die Mühe machen gegen Windmühlen anzukämpfen wenn Andere die Lorbeeren ernten (werden)?
Zum Anderen ist ja niemand der "Kandidaten" wirklich geeignet für diese Posten.
Wer wäre zum Beispiel optimal für den Posten eines Verteidigungsministers oder Ähnlichem? Jemand der vorzugsweise beim Heer war. Jemand der langfristig und strategisch denkt. Jemand der aber auch sehr empathisch ist. Jemand der nicht über 5 Ecken jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt,..der davon profitieren würde wenn zum Beispiel die Rüstungsmaschinerie aufrecht erhalten bleiben würde.
Wir hatten in Österreich einen Wehrdienstverweigerer, und einen ehemaligen Dorfpolizisten in diesen Positionen.
D.h.-> es müssen Menschen aus dem Volk in solche Positionen, Menschen mit Lebenserfahrung und Wissen in genau diesem Bereich!
Und wenn es zB. ums Famimienministerium ginge: Wer kann denn besser beurteilen WAS für Familien wichtig ist, als zB. eine Hausfrau, eine Großmutter die jahrzehntelang ihre Kinder und Enkelkinder gehütet, den Haushalt geschmissen hat.

Wir müssen also Weg von diesem "Parteidenken". Weg von der bisherigen "Scheindemokratie".

2) Veränderung mit "wir fordern" beginnen zu wollen, ohne konkrete Vorschläge zu machen, Ideen einzubringen, halte ich für Wunschdenken.
Nur wenn konstruktive Kritik geübt, und gleichzeitig eine Alternative geboten wird, kann Veränderung stattfinden, oder zumindest eine Chance haben.
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Dazu meine Gedanken:

1. Ansich der richtige Weg, allerdings-> als Staat der seine bisherige Position zum Krieg, der Rüstungsindustrie beibehält, hängt einfach zu viel Geld am Export! Warum also ändern, wenn da Milliarden verloren gingen?

2. Warum sollte die Regierung "plötzlich" ein "tragfähiges" Konzept aus dem Ärmel schütteln, wenn sie es bisher auch nicht getan hat. Weil es gefordert wird? Das wurde es auch schon in der Vergangenheit!

3. Bildung ist wichtig! Da sind wir uns einig. Aber auch hier-> konkrete Lösungsansätze lese ich nicht!

4. Was hier scheinbar vergessen oder übersehen wird: Die meisten der heutigen Jobs werden in den nächsten Jahren in ihrer bisherigen Form nicht mehr bestehen. Roboter und PC sind einfach zuverlässiger und kostengünstiger als der Mensch! Wie also soll die Armutsbekämpfung stattfinden?
Und was den Nachsatz "Bildung und Stärkung von Frauen und Kindern in Schwellen- und Entwicklungsländern" angeht:
Wie kann man ernsthaft so etwas fordern wollen, wenn doch das Bildungsniveau im eigenen Land immer weiter fällt?
Also wiederum-> konkrete Lösungen müssen geboten werden!

5. Wie soll ein "bedingungsloses Grundeinkommen" aussehen, finanziert werden?

6. Die Einführung und Durchführung des Verursacherprinzips:
Schön und gut, allerdings-> wo nichts ist kann nichts herkommen. Wie also soll das funktionieren, wenn ich Banken weiterhin freie Hand beim Spekulieren mit Kundenvermögen lasse?

7. Migration wird bei den kommenden Millionen an Menschen (Klimaflüchtlinge aus Asien!)nicht funktionieren. Wie auch? Wo sollen diese unterkommen? Wie werden sie Geld verdienen können?

8. "wir brauchen", "wir fordern" ...
Eine Institution die Daten sammelt-> so liest sich das für mich!

9. Verantwortungsbewusster Umgang mit vorhandenen Ressourcen und Förderung von recyclebaren Materialien. Weg von Einwegplastik. SO, oder so ähnlich müsste es da stehen.
Aber hier lese ich wiederum nur Forderungen, keine Lösungsansätze.

10. "Haftungsforderungen im Namen zukünftiger Generationen eingeklagt werden können"-> wer soll entscheiden was "klagswürdig" ist, wieviel eingeklagt wird, bei wem wird das eingeklagt...
Lösungen?
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Dazu kam folgende Antwort:

Qualifizierter Kommentar, lediglich Punkt 7 Migration darf nicht als Munition gegen Geflüchtete missbraucht werden. Schreibst Du Deine Zeilen als eigenen Beitrag ? Sie sind es wert.
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Mein Antwort:

Ich bin keineswegs GEGEN Migration. Allerdings bedarf es bei einer zu erwartenden Klimaflüchtlingswelle von Millionen von Menschen auch einer konstruktiven Lösung. Nicht nur einer sozialen Forderung!
Wenn Arbeitsplätze verschwinden- und das werden sie!, wie sollen zusätzliche Einwanderer hier Fuss fassen können.
Mir fehlt im gesamten Konzept der aller wesentlichste Teil: Soziales und Gemeinschaft.
Erst wenn begriffen wird das wir uns nur GEMEINSAM helfen können, hat Veränderung eine Chance.
Sich aber auf eine in Bundesregierung zu verlassen wird diese Veränderung nicht herbeiführen!

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