Mein Gedankengang und die Problematik zu Punkt 3

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Leo
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Re: Mein Gedankengang und die Problematik zu Punkt 3

Beitrag von Leo » Sa Dez 29, 2018 3:02 pm

Eigentlich wollte ich mich ja zum Thema "Waffenverbot" noch etwas zurück halten, .....aber, ach!, was soll ich tun? 8-)

OK:
Ben hat geschrieben:
Sa Dez 29, 2018 12:47 pm
......
ich fürchte eine partei die ihre forderungen auf die argumente:
wir brauchen keine armee weil wir eh keine chance haben gegen china oder russland und es grade eh keinen krieg gibt.
und:
wir wollen alle waffen verbieten, sowohl privat als auch in organen der exekutive, weil waffen sind so böse.

hat keine zukunft und keine chance nennenswerte ergebnisse zu erzielen.
Zur Klarstellung:
Die Idee des "allgemeinen Waffenverbotes" ist weniger jene, das auch tatsächlich rigoros und in allen Bereichen durchzusetzen, sondern eher eine "symbolische". Sorry, wenn das zu "Aufregung" geführt hat.
Es ging/geht einfach darum ein klares Signal nach Aussen zu schicken:
"Wir wollen das Fundament für eine angstfreie, gemeinschaftlich an einem Strang ziehende, zufriedene und - vor allem - friedliche Gesellschaft schaffen."
...wie das mit Fundamenten so ist: Man kann da noch nicht drinnen wohnen, aber es gibt schon mal so eine Idee von den äußeren Umrissen des Gebäudes das da entstehen soll.

Jedenfalls ist das Bild das sich bei "allesamt sind bis über die Zähne bewaffnet, Gartenzäune sind mit Rollstacheldraht bewährt, Video-Kameras decken 24/7 jeden denkbaren Blickwinkel ab, ..etc.." (ihr versteht mich schon!) NICHT das Bild einer Gemeinschaft in der ich persönlich jetzt leben wollen würde.
Es ist ein Bild der allgemeinen, wiewohl eigentlich wenig spezifizierten, "ANGST". Permament und ununterbrochen. Egal welche "Maßnahmen" gesetzt werden, das Ergebnis ist immer(!), dass die (irrationalen) Ängste immer noch weiter zunehmen.

Die Poller am Ballhausplatz in Wien? (nur um ein Beispiel zu nennen) - wurden ohne jedweden konkreten Anlassfall oder auch nur angedeutete Bedrohung, "auf Verdacht" errichtet, haben ein Vermögen verschlungen und erreichen nur eines: Jeder der daran vorbei geht, wird eindrucksvoll erinnert, dass es "guten Grund" gibt "Angst zu haben".
.....und jeder weiss, dass sich eine Bevölkerung durch nichts besser "in Schach halten" lässt, als durch ANGST.

Die Polizisten die mit umgehängten Sturmgewehr (ungeladen übrigens! Was für jedes halbwegs geübte Auge sofort erkennbar ist!) über die Christkindlmärkte patrouliert sind, sollen ja angeblich zum "Sicherheitsgefühl der Bevölkerung" beitragen - erreicht wird aber, (wie ich in so manchem Gesprächbestätigt bekam) das genaue Gegenteil: "Jeder blickt schon einmal öfter über die Schulter ob sich da von hinten nicht irgendwer/irgendwas anschleicht vor dem man vielleicht "Angst haben sollte!"

Was die Exekutive betrifft: Für "ewige Zeiten" war die britische Polizei, die s.g. "Bobbies" nicht(!) bewaffnet. Zu Vorfällen kam es dabei nicht! Irgendwann hat die "Waffenlobby" und die "Einpeitscher der Angstmacher" aber gesiegt, die Bobbies bekamen Schusswaffen, und seither ist die Anzahl der erschossenen und getöten Polizisten beständig gestiegen.
Ursache <=> Wirkung, ist da natürlich ein Disput den man, letztlich zwar ergebnislos, aber dafür endlos, führen könnte.

Tatsache ist, dass auch hier ständig die Rede davon ist, dass unsere Polizei "dramatisch unterbesetzt" ist.
Nunja, dann gestattet mir hier kurz von einem Erlebnis zu erzählen, das ich erst gestern hatte:
Ich stand an einer Ampel, 2 Autos vor mir eine Funkstreife mit 3 Mann Besatzung darin. Davor ein etwas schäbiger Kleinwagen.
Es wird grün - aber nur für die Abbieger - der Kleinwagen deutet das offenbar falsch und fährt los. Alles kein Problem, er kommt gefahrlos über die Kreuzung, gefährdet auch niemanden, ..... ca. 30 Sekunden später wird es auch für geradeaus Grün, der Polizeiwagen der bis dahin auf der Abbiegespur stehen geblieben war, schaltet plötzlich das Blaulicht ein und rast ebenfalls gerade aus.
Ich, natürlich neugierig, will wissen was da jetzt kommt, schlichte mich auch auf "Geradeaus" um und brauche auch nicht weit zu fahren, da sehe ich den Kleinwagen schon am Strassenrand, jetzt schon 2 Polizeiautos, überall wild blinkendes Blaulicht, der eine Polizeiwagen ist dazu offenbar gegen die Einbahn angerast gekommen. 5 (fünf!) Beamte stehen auf der Strasse, keiner davon kümmert sich um den fließenden Verkehr, ZWEI(!) stehen da mit der Waffe(!) im Anschlag - und aus dem Kleinwagen, kletter ein völlig verstörter Herr, geschätzt ca 70+ und ich höre die "Beamten" trotz geschlossener Scheiben herumbrüllen.....
Wie auch immer Nach "Personalmangel" bei der Polizei hat das nicht ausgesehen.

Was ich damit sagen will: Nicht nur die Menschen sind offenbar Daueropfer dieser ewigen "Angstrommlerei" sondern scheinbar auch die Exekutive selber. Die Reaktion, das Verhalten, bei dem geschilderten Vorfall spricht dafür, dass auch die Beamten auf "Angst haben" eingepeitscht wurden und werden. DAS soll eine "Gesellschaft" sein in der wir leben wollen?

Mag sein, dass die Forderung "alle Waffen abzuschaffen" etwas überspitzt formuliert war (wir werden über eine "Entschärfung" nachdenken) aber die Botschaft bleibt: Wir wollen eine Gesellschaft die sich frei fühlen darf, die nicht in ständiger Angst lebt, die ihre Sicherheit in erster Linie aus ihrem Selbstverständnis bezieht und nicht aus diversen Kanonen die in allerlei Halftern stecken......
Wickal hat geschrieben:
Sa Dez 29, 2018 1:19 pm
Ich bin selbst Besitzer einer Waffenkarte und der dementsprechenden Waffe. Und ich fühle mich nicht sicherer damit, meine Ehefrau aber schon. Was mit Sicherheit auch daraus resultiert das wir längere Zeit in Südamerika gelebt haben und da Sicherheit ganz anders zu werten ist als beispielsweise in Österreich.
..........
Wie bei allem ist Verbotenes interessant. Ob also ein generelles Waffenbesitzverbot so von Vorteil ist vermag ich nicht zu behaupten. ...........
Ich habe wiederum lange in den USA gelebt. Bin also auch bestens mit Waffen vertraut. (Noch dazu in Florida wo es die "Castle Doctrin" gibt)
Ich bin auch im Besitz eines "Concealed Weapons Permit" - darf die Waffe also, geladen, versteckt am Körper tragen. So eine Berechtigung bekommt man auch in Florida nicht besonders leicht.
Die Waffe habe ich getragen bis ich eines Tages überfallen wurde. Ich habe sie stecken lassen Die wollten nur mein Geld, So viel war das ohnehin auch nicht - und ganz sicher kein Menschenleben wert. Ich habe halt an die "goldene Regel" gedacht, die da lautet: "Ziehe eine Waffe nur, wenn Du auch bereit bist ohne weiteres Zögern abzudrücken". Dazu war ich nicht bereit und im Nachhinein betrachtet war es eine richtige Entscheidung.
Ab diesem Tag lag die Kanone gut versteckt daheim herum und wurde nur mehr zum gelegentlichen Besuch der "Gun Range" zum Üben herausgenommen und dananch gereinigt.

Ich konstatiere also: (und gebe damit euch Beiden recht):
1.) Waffen töten keine Menschen. Menschen töten Menschen.
2.) Kriminelle scheren sich einen Dreck darum ob Waffenbesitz legal ist oder nicht.
3.) gibt es auch dazu eine "nette Story".
Eine Stadt in Texas hatte die höchste Kriminalitätsrate per Capita in den gesamte USA.
Die Stadtväter haben viel versucht um dieses Problem in den Griff zu bekommen.
Nichts half.
Dann wurde ein Gesetz beschlossen, dass alle Bürger dazu verpflichtete(!) stets eine Waffe bei sich zu führen.
Problem hatte sich erledigt.

Was lernen wir daraus - bzw. was haben wir für unser Konzept daraus gelernt?
Waffen in den Händen von besonnenen, verantwortungsbewussten, entsprechen auch ausgebildeten Menschen sind kein Problem.
ABER:
Sie sind und bleiben ein Symbol der Angst.
Und damit eine Gesellschaft frei und offen und friedlich/sicher werden kann, muss dieser Angst der Kampf angesagt werden.
Ichglaube es war Ben, der geschrieben hat, dass wir in Österreich rund 300,000 Waffenberechtigungen und ca 1.000.000 Waffen in Privatbesitz haben.
Das ist eine bemerkenswerte Zahl - aber zu mehr als zum Schutz des eigenen Heims (und da ist eine Notwehrüberschreitung ohne "Castle-Doctrin" auch schnell begangen) - taugen sie einfach ohnehin nicht.
Das Gefühl des "Schutzes" kann damit nur maximal subjektiv sein, denn die Idioten die sich da erst kürzlich auf offener Strasse ein Feuergefecht geliefert hatten, weil der eine dem anderen wohl den Vorrang genommen hatte, hatten nicht nur beide keine Waffenberechtigug - es hätte auch gar nichts gebracht wenn einer von euch beiden in seinem Auto daneben gestanden hätte. Selbst mit "Krachn im Handschuhfachl".... was hättet ihr denn tatsächlich schon tun können? Warten bis beide leere Magazine haben und dann beide Idioten, (sicherheitshalber) umnieten?

Werden wir eine "waffenfreie Gesellschaft"je erreichen?
Nein, vermutlich nicht.
Vielleicht ist das auch gut so.
Aber die Zielsetzung, um auch den Boden, das Fundament "richtig zu definieren" sollte es bleiben.
~~~~~~~~~~~
...und wenn ich auf Wasser laufen könnte, würde es welche geben, die sagen:
"Seht her! Nicht einmal schwimmen kann er!"

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PBOe
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Re: Mein Gedankengang und die Problematik zu Punkt 3

Beitrag von PBOe » Do Jan 03, 2019 9:33 am

Mit Datum 03.01.2019 wurden folgende Änderungen im Punkt 3 vorgenommen:

3.e.: wurde um den Satz:
"Die, für alle jungen österreichischen Staatsbürger, unabhängig vom Geschlecht, verpflichtende Dienstzeit soll ein Jahr betragen."
ergänzt, und

3.f.: wurde der Teil ab:
"Österreich soll grundsätzlich waffenfrei werden......."
gestrichen.

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